Interview Onlinemagazin Artmoire.art
„MACH DEIN EIGENES DING, ENTWICKLE DEINEN EIGENEN STIL, BLEIB FOKUSSIERT, SELBSTBEWUSST UND BEHARRLICH“, Pit Buehler | Juni 2019
Pit Buehler (geb. 1972) ist Porträtist und Fotograf für darstellende Künste. Er ist in in der Schweiz geboren und aufgewachsen
und beschreibt seine Kindheit als ruhig und angenehm mit vielen schönen Erinnerungen. Erinnerungen, die seine künstlerische Laufbahn geprägt haben. Buehler erinnert sic daran, dass er als Kind natürliche Gegenstände sammelte und sie in kleine Kunstwerke verwandelte, um seine Gefühle und Fantasien durch seine Kreativität auszudrücken. Darüber hinaus weckten Besuche in alten Kirchen mit seinen Eltern eine tiefe Faszination für den Kontrast zwischen Heiligkeit und Dunkelheit, den er in den Gemälden und Skulpturen sah. Als Kind war er ein großer Fan von „Die Abenteuer von Tim und Struppi“ und den Geschichten von Jack London, die seine Karriere massgeblich beeinflusst haben.
Künstler zu werden war keine rationale Entscheidung, sondern vielmehr sein Lebensstil, der ihn irgendwie in diese Richtung führte. Wie Buehler selbst sagt: „Das Trampen durch fast hundert Länder hatte sicherlich einen großen Einfluss darauf, wer ich heute bin.“ Und das zeigt sich zweifellos auch in seinen Werken. Buehler hat eine einzigartige Art, die Stille eines Augenblicks einzufangen, die das Vergangene und das Zukünftige widerspiegelt … alles in einem einzigen Bild. Ob es sich um ein Porträt oder eine fotografierte Bewegung handelt, man spürt dieses immerwährende Gefühl der Erkenntnis, das weit über das hinausgeht, was man mit einem Blick erfassen kann, und gleichzeitig schreit die Neugierde nach der ganzen Geschichte hinter einem solchen Bild. Gegensätzliche Gefühle, die sich gegenseitig ergänzen, und irgendwie ist man einfach zufrieden mit der faszinierenden Eleganz eines solchen bildschönen Moments. Alles in einem Bild dargestellt. Alles in einem Bild gesagt und getan.
Rembrandt, Bosch, Judith Leyster, Caravaggio, van Dyck, Rubens oder Frans Hals sind einige der Maler, die mir geholfen haben, meine Porträtkunst zu verbessern und ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, wie man ein Foto komponiert und wie man das Licht in meinen Kunstwerken gestaltet.
Meine Werke sollen eher anregen als herausfordern. Meine Kunstwerke spiegeln meinen Lebensstil wider – die Welt zu erkunden und exotische Charaktere kennenzulernen, in ihre manchmal isolierten Welten einzutauchen und Zeit mit ihnen zu verbringen, etwas über ihr Leben und ihre Kunst zu lernen und schließlich ein Porträt auf meine ganz persönliche Weise festzuhalten – darum geht es mir. Letztendlich habe ich die Vision, eine Subkultur von Charakteren zu schaffen, die nicht nur mit dem Betrachter in Verbindung zu stehen scheinen, sondern auch miteinander korrespondieren.
Ich lasse mich von den Werken von Fotografen wie Tim Walker, Diane Arbus, Sylwia Makris, Vadim Stein, August Sander oder durch das Studium der Werke alter Meister inspirieren. Auch Bücher können mir dabei helfen, Inspiration zu finden.
Ein freier Geist zu bleiben und finanziell und emotional unabhängig zu sein.
Antwort: Es ist nicht das Leben als Künstler, das einen einsam macht, sondern die Frage, wie man mit all den komplexen und manchmal seltsamen Gedanken umgeht, die man hat und die man aus verschiedenen Gründen mit niemandem teilen kann. Andererseits sind Einsamkeit und Dunkelheit manchmal notwendig – denn sie können sehr anregend sein und dabei helfen, über die eigene Arbeit nachzudenken und neue Inspiration zu finden.
Abenteuer suchen.
Es gibt kein Morgen.




