Clown Masters
Die weltweit grösste Sammlung von Clownporträts; Text; Dr. Marc Philip Seidel, Bilder; seit 2014, Pit Buehler
Die Clown-Imitatoren, die mit der Serie „Zirkus“ in Verbindung stehen, blicken auf eine lange, bedeutsame und vielfältige Tradition zurück, die sich durch signifikante Variationen in Kostüm und Performance auszeichnet. Die moderne Clownfigur entwickelte sich aus der italienischen Commedia dell’arte, die auf den „rustikalen Narren“ des antiken griechischen und römischen Theaters basierte. Ihre Unterhaltung zielt in der Regel darauf ab, ein breites Publikum zu unterhalten – witzig, albern und ironisch zugleich. Die Maskerade verbindet die beiden Gesichter und lässt die clowneske Fröhlichkeit und Herzensreinheit unvorhersehbar in entlarvende Reflexion oder – wie in Horrorfilmen – dämonische Besessenheit und schizophrene Störung verwandeln. Schließlich evoziert die Entpersönlichung des Clowns die Ohnmacht des Gegenübers und gibt Raum für die Projektion des Betrachters, der Teil der Inszenierung wird. Die markanten Gesten, die Distanz durch die Maskerade und die Inszenierung im leeren Raum machen den Clown so exzessiv und direkt. Buehlers höchster Anspruch an die perfekte Aufnahme erhebt das Motiv durch Prägnanz zur Ikone.


















