Archetypen und Polyptychen – Ikonen im Zusammenspiel
Hieronymus Boschs Garten der Lüste ist ein eindrucksvolles Beispiel eines Polyptychons und zugleich eine Quelle der Inspiration für Pit Bühlers Arbeit: ein mehrteiliges Flügelbild, das sich zu einem Kosmos aus Vision, Allegorie und Symbolik verdichtet. In ähnlicher Weise bringt Buehler seine ikonisierten Archetypen aus den Portraitserien in neue Dialoge. Dabei entstehen Serien, in denen unterschiedliche Archetypen im Zusammenspiel stehen – im Widerstreit, in Resonanz oder im stillen Dialog miteinander. Zugleich besitzen auch einzelne Porträts eine narrative Dichte, die für sich allein eine Geschichte erzählen kann. Jedes Porträt besitzt Autonomie, doch machmal entfaltet sich erst in der Gegenüberstellung ein komplexes Narrativ. Diese Konstellationen sind keine blosse Addition von Bildern, sondern eine ikonische Verdichtung, in der Archetypen verschmelzen, sich spiegeln und überlagern. So entstehen neue Geschichten – ein visuelles Geflecht, das die Vielfalt menschlicher Rollen in einen übergeordneten Zusammenhang stellt.


